Der belgische E-Bike-Hersteller Cowboy entgeht in letzter Minute der Insolvenz. Die französische ReBirth-Gruppe übernimmt 80 Prozent des Unternehmens und pumpt 15 Millionen Euro in das Start-up, das seit Jahren mit hohen Verlusten und steigenden Schulden zu kämpfen hat. Ob die Rettung langfristig gelingt und ob CEO Adrien Roose an Bord bleibt, ist offen.
Von der Erfolgsgeschichte zum Übernahmekandidaten
2017 als hipper Herausforderer gegründet, galt Cowboy mit seinen voll vernetzten, eleganten E-Bikes schnell als Hoffnungsträger der europäischen Fahrradindustrie. Finanzierungsrunden trieben die Bewertung 2022 auf stolze 172 Millionen Euro. Heute, nach jahrelangen Verlusten, liegt die Bewertung bei nur noch rund 18,8 Millionen Euro – ein Absturz, der vielen Investoren Millionenverluste beschert hat.
Investoren verlieren Millionen
Institutionelle Investoren wie Exor, die Familienholding des Fiat-Agnelli-Clans, hatten Cowboy mit Kapital unterstützt. Zusätzlich investierten über 7.000 private Kleinanleger rund 10 Millionen Euro via Crowdfunding. Nach der Übernahme ist ein Großteil dieser Gelder voraussichtlich verloren. Seit der Gründung summierten sich die Verluste auf rund 123 Millionen Euro, die Schulden kletterten 2024 auf 56 Millionen Euro.
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Neue Eigentümer – neue Chancen?
ReBirth, bekannt für die Rettung von Traditionsmarken wie Solex und Matra, bringt nicht nur Kapital ein, sondern auch Produktionskapazitäten in Frankreich. Durch Synergieeffekte bei Einkauf und Standardisierung hofft CEO Grégory Trebaol, Cowboy wieder auf Kurs zu bringen. Laut „La Libre“ soll das Unternehmen spätestens 2027 erstmals schwarze Zahlen schreiben.
Offene Fragen: Management und Zukunftsstrategie
Ob CEO Adrien Roose und Mitgründer Tanguy Goretti im Unternehmen bleiben, ist unklar. Viele Beobachter zweifeln daran, dass die Gründer den Turnaround noch schaffen können. „De Tjid“ berichtet, dass 8 von 10 befragten Lesern Roose und Goretti die Profitabilität nicht mehr zutrauen.
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Belastungen: Rückruf, Schulden und schleppender Markt
Neben der Schuldenlast belastet auch ein teurer Rückruf des Tiefeinsteiger-Modells die Bilanz. Cowboy musste im Juni 2025 Rückstellungen von 2,8 Millionen Euro bilden, insgesamt werden die Kosten auf 5,6 Millionen Euro geschätzt. Zusätzlich warten noch mindestens 2400 Kunden auf ihre bereits bezahlten Fahrräder. Hinzu kommt die europaweit schwache Nachfrage nach E-Bikes und volle Lager bei vielen Herstellern.
Fazit: Rettung oder nur Aufschub?
Die Übernahme durch ReBirth sichert Cowboy kurzfristig das Überleben. Ob die 15 Millionen Euro für einen nachhaltigen Turnaround reichen, bleibt fraglich. Entscheidend wird sein, wie schnell Cowboy neue Strategien entwickelt und ob die Kunden trotz Rückrufen und Verzögerungen Vertrauen in die Marke behalten. Klar ist: Die goldenen Zeiten der hohen Bewertungen sind vorbei, jetzt geht es ums nackte Überleben.
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