Höher als mit Verbrenner? Elektroenduro wagt Höhenweltrekord am Vulkan Ojos del Salado
Kann ein Elektromotorrad dort bestehen, wo Verbrenner seit Jahrzehnten an physikalische Grenzen stoßen? Genau dieser Frage stellte sich der Schweizer Abenteurer Jiří Zak mit einem spektakulären Höhenweltrekord-Versuch. Schauplatz war kein geringerer als der Ojos del Salado – mit rund 6.893 Metern der höchste aktive Vulkan der Erde.
Am 30. November 2025 erreichte Zak mit einer Stark VARG EX eine Höhe von 6.721 Metern über dem Meeresspiegel. Ob das für einen offiziellen Weltrekord reicht, ist aktuell noch offen. Klar ist aber: Dieser Versuch wirft ein neues Licht auf das Potenzial von Elektromotorrädern unter Extrembedingungen.
Warum ausgerechnet ein Elektromotorrad?
Der Ojos del Salado gilt seit Jahren als ultimatives Testgelände für Höhenrekorde. Geländewagen, Unimogs und Motorräder haben sich hier bereits versucht – fast immer mit Verbrennungsmotoren. Das Problem: Je höher man kommt, desto dünner wird die Luft. Und weniger Sauerstoff bedeutet bei Verbrennern zwangsläufig weniger Leistung.
Elektromotoren kennen dieses Problem nicht. Sie benötigen keinen Sauerstoff für die Leistungsentfaltung. Theoretisch also ein klarer Vorteil in großen Höhen. Doch ganz so einfach ist es nicht – denn wo Verbrenner an Luftmangel leiden, kämpfen E-Motorräder mit extremer Kälte.
Die Stark VARG EX als Rekord-Werkzeug
Die Wahl fiel auf die Stark VARG EX, aktuell eine der leistungsstärksten elektrischen Enduros überhaupt. Angetrieben wird sie von einem selbstentwickelten Permanentmagnet-Synchronmotor (360-V-PMAC), der kurzzeitig bis zu 80 PS liefert. Die Dauerleistung liegt bei etwa 20 PS – für eine Enduro mehr als ausreichend.
Besonders beeindruckend ist das angegebene Drehmoment: Stark spricht von bis zu 1.036 Newtonmetern am Hinterrad. Kombiniert wird das mit einem 7,2-kWh-Lithium-Ionen-Akku, der im Gelände – je nach Fahrweise – bis zu sechs Stunden Betrieb ermöglichen soll.
Kälte statt Sauerstoff: Die neue Herausforderung
Während Verbrennungsmotoren mit zunehmender Höhe förmlich ersticken, haben Elektromotorräder ein anderes Problem: niedrige Temperaturen. Kälte reduziert die Leistungsfähigkeit von Lithium-Ionen-Akkus deutlich.
Auf den Bildern vom Rekordversuch ist daher gut zu erkennen, dass die Akkus der Stark VARG EX zusätzlich isoliert wurden. Eine einfache Maßnahme – aber unter solchen Extrembedingungen möglicherweise entscheidend.
6.721 Meter – Rekord oder knapp vorbei?
Mit 6.721 Metern über dem Meeresspiegel übertraf Jiří Zak seinen eigenen Rekord aus dem Jahr 2020 deutlich. Damals hatte er mit einer Yamaha WR450F 6.546 Meter erreicht. Dennoch blieb er diesmal knapp unter der Marke von 6.756 Metern, die Yamaha-Werksfahrer Pol Tarrés 2024 mit einer YZ450FX beanspruchte.
Ob Zaks Fahrt dennoch als neuer Höhenweltrekord anerkannt wird, hängt nun von der Auswertung eines versiegelten GPS-Geräts ab. Dieses soll von unabhängigen Experten geprüft werden. Eine offizielle Bestätigung steht aktuell noch aus.
Signalwirkung für die Elektromobilität?
Unabhängig vom offiziellen Rekord zeigt dieser Versuch eindrucksvoll, welches Potenzial in elektrischen Antrieben steckt – gerade dort, wo klassische Technik an ihre Grenzen kommt. Kein Leistungsverlust durch Höhenluft, sofort abrufbares Drehmoment und kontrollierbare Leistungsabgabe können unter Extrembedingungen echte Vorteile sein.
Die Frage bleibt: Sehen wir hier nur eine spektakuläre Einzelaktion – oder einen Ausblick darauf, wohin sich der Offroad- und Enduro-Sport langfristig entwickeln könnte?
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