Angebot für Pendler: Ludwigsfelde baut E-Scooter-Projekt dauerhaft aus
Mit dem E-Scooter vom Bahnhof zur Arbeit – und wieder zurück: Was in :contentReference[oaicite:0]{index=0} als Pilotprojekt gestartet ist, wird jetzt dauerhaft fortgeführt und weiter ausgebaut. Ziel bleibt die berühmte „letzte Meile“ für Berufspendler schneller, komfortabler und klimafreundlicher zu machen.
Vom Pilotprojekt zum festen Mobilitätsangebot
Nach Angaben der Stadt wurde das Projekt im Ludwigsfelder Industriegebiet nach rund einem Jahr erfolgreich abgeschlossen. Zwischen Oktober 2024 und Oktober 2025 standen an fünf Mobilstationen – unter anderem am Bahnhof Birkengrund – E-Scooter und Fahrräder zur Verfügung.
Die Entwicklung der Nutzungszahlen spricht eine klare Sprache: Während Anfang 2025 noch etwa 20 bis 40 Nutzer pro Woche gezählt wurden, stieg die Zahl im August nach den Sommerferien auf 120 bis 140 Nutzer pro Woche. Das Angebot habe sich damit deutlich etabliert.
Hohe Akzeptanz bei Pendlerinnen und Pendlern
Bürgermeister :contentReference[oaicite:1]{index=1} spricht von einer hohen Akzeptanz des Angebots. Gerade für Beschäftigte in den Gewerbegebieten sei der E-Scooter eine echte Alternative zum Auto – insbesondere in Kombination mit dem ÖPNV.
Neuer Betreiber – Fokus klar auf E-Scooter
Nach Abschluss der Projektphase hat die Stadt einen neuen Anbieter gefunden, der das Sharing-Angebot nun eigenwirtschaftlich weiterführt. Dieser ist bereits in anderen Städten aktiv und stellt zunächst 50 E-Scooter bereit.
Fahrräder werden künftig nicht mehr angeboten. Der Grund ist pragmatisch: Während der Pilotphase wurden E-Scooter deutlich häufiger genutzt als Leihfahrräder. Die Nachfrage hat hier klar entschieden.
Free-Floating-Testphase bis Ende Juni
Im Ludwigsfelder Gewerbegebiet startet zunächst eine Testphase bis zum 30. Juni. In diesem Zeitraum gilt das sogenannte Free-Floating-Prinzip. Die E-Scooter dürfen flexibel innerhalb des Gebiets abgestellt werden, ohne feste Rückgabestationen.
Ob dieses Modell dauerhaft beibehalten wird, soll nach Auswertung der Testphase entschieden werden.
Weitere Bahnhöfe werden angebunden
Das Projekt soll jedoch nicht auf das bestehende Gebiet beschränkt bleiben. In den kommenden sechs Monaten sollen zusätzlich die Bahnhöfe Ludwigsfelde und Struveshof in das Sharing-Angebot eingebunden werden. Darüber hinaus ist geplant, das Angebot im Jahresverlauf testweise auf die Potsdamer Straße auszuweiten.
Modellprojekt für vernetzte Mobilität im ländlichen Raum
„Mit den ersten Mobilstationen im Land Brandenburg konnten wir zeigen, wie eine vernetzte, nachhaltige Mobilität in Gewerbegebieten funktionieren kann“, erklärte Bürgermeister Igel. Durch die Ausweitung des Angebots rechnet die Stadt mit weiter steigenden Nutzerzahlen.
Auszeichnung auf Bundesebene
Bereits im August des vergangenen Jahres gehörte das Projekt zu den 20 Gewinnern des Wettbewerbs „Arbeitswege gestalten. Mobil im ländlichen Raum“ des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Die Jury würdigte insbesondere das Engagement für nachhaltige Mobilität in ländlich geprägten Regionen und Gewerbegebieten.
Ein Schritt in Richtung alltagstauglicher Verkehrswende
Das Beispiel Ludwigsfelde zeigt, dass E-Scooter nicht nur Freizeitspielzeug sind, sondern im Pendleralltag eine echte Rolle spielen können – vorausgesetzt, sie sind sinnvoll in bestehende Verkehrsstrukturen eingebunden. Entscheidend wird nun sein, ob sich das Angebot auch langfristig wirtschaftlich trägt und weiter angenommen wird.
