Unfälle mit betrunkenen Touristen – warum Prag jetzt E-Roller aus dem Verkehr zieht
Prag hat genug von betrunkenen Touristen, die mit E-Scootern durch die Innenstadt rasen. Nach zahlreichen Unfällen und Beschwerden zieht die tschechische Hauptstadt nun Konsequenzen: E-Roller sollen in weiten Teilen der Innenstadt verboten werden. Ganz verschwinden sollen sie allerdings nicht – es geht um eine strengere Regulierung und mehr Sicherheit im öffentlichen Raum.
Ein beliebtes Fortbewegungsmittel wird zum Problem
Eigentlich galten E-Scooter als Sinnbild moderner, nachhaltiger Mobilität. Sie sollten Staus reduzieren und den Verkehr umweltfreundlicher machen. Doch in touristischen Städten wie Prag entwickelte sich das Gegenteil: Hunderte Touristen mieten täglich E-Roller, oft ohne Ortskenntnis – und nicht selten alkoholisiert. Das führte in den letzten Monaten zu zahlreichen Unfällen, Verletzten und Beschwerden von Anwohnern.
Besonders betroffen sind die engen Altstadtgassen rund um die Karlsbrücke und den Altstädter Ring. Hier kam es immer wieder zu gefährlichen Situationen zwischen Fußgängern und rücksichtslosen Fahrern. Die Stadtverwaltung reagierte nun mit einem umfassenden Maßnahmenpaket.
Wo die E-Roller künftig verboten sind
Das neue Regelwerk sieht vor, dass in den zentralen Bezirken Prags – darunter die Altstadt (Staré Město), Kleinseite (Malá Strana) und Teile der Neustadt – keine E-Roller mehr abgestellt oder gefahren werden dürfen. Betreiber wie Lime oder Bolt müssen ihre Geofencing-Zonen entsprechend anpassen. Wer die Roller dennoch in den Sperrgebieten nutzt, riskiert Bußgelder und Sperrungen im Verleihsystem.
„Wir wollen die Sicherheit unserer Bürger und Gäste erhöhen, ohne den Fortschritt zu stoppen“, erklärte die Prager Vizebürgermeisterin Alexandra Udženija. „E-Roller haben ihren Platz, aber nicht überall.“
Andere Städte sind bereits weiter
Prag ist nicht die erste Stadt, die Konsequenzen zieht. Paris hatte 2023 die E-Roller-Vermietung vollständig verboten, nachdem Bürger in einem Referendum dafür gestimmt hatten. Auch Barcelona und Madrid schränkten die Nutzung stark ein. Die Kritik ist meist dieselbe: zu viele Unfälle, wild abgestellte Roller und kaum Kontrolle der Anbieter.
In Deutschland hingegen gelten vergleichsweise strenge Regeln – die allerdings kaum kontrolliert werden. Alkohol am Lenker, Fahren zu zweit oder Missachtung der Verkehrsregeln gehören auch hierzulande zu den Hauptursachen für E-Scooter-Unfälle.
Touristen im Fokus der Kritik
Viele Pragerinnen und Prager berichten von chaotischen Zuständen, insbesondere an Wochenenden. „Man hat das Gefühl, dass jeder zweite Tourist hier betrunken auf einem E-Roller fährt“, so ein Anwohner aus der Innenstadt. Videos in sozialen Netzwerken zeigen regelmäßig Touristen, die stürzen oder Passanten gefährden.
Das neue Verbot soll die Innenstadt wieder sicherer und lebenswerter machen – für Bewohner wie für Besucher. E-Roller dürfen weiterhin in den äußeren Bezirken genutzt werden, wo mehr Platz und weniger Fußgängerverkehr herrscht.
Ein Balanceakt zwischen Freiheit und Verantwortung
Die Debatte um E-Scooter ist ein Symbol für den Umgang mit neuer Mobilität in europäischen Städten. Während sie Flexibilität und Nachhaltigkeit versprechen, zeigen sich die Schattenseiten oft erst in der Praxis. Prag versucht nun, beides zu vereinen: moderne Mobilität ja – aber nicht um jeden Preis.
Ob das Verbot wirklich wirkt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Klar ist: Der Druck auf andere Städte wächst, ähnliche Maßnahmen zu ergreifen, bevor die Zahl der Unfälle weiter steigt.
⚡️ NEWS & GUTSCHEINE ⚡️
🔥 Werde jetzt Kanalmitglied! 🔥
👉 ScooterheldenLive abonnieren 👈
